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Oberleitungen auf der Autobahn

18 Jul 2018

Auf der A5 zwischen Darmstadt und Frankfurt werden in Zukunft Oberleitungen das Landschaftsbild prägen. Zumindest auf einem Abschnitt der Strecke wurden bereits im Mai die Bauarbeiten für das Projekt in Angriff genommen. Bis Ende des Jahres soll es abgeschlossen werden, sodass Anfang 2019 die ersten Lastwagen mit Strom aus den Oberleitungen gespeist werden können.

 

Die schweren Nutzfahrzeuge sollen mit Hybridmotoren ausgestattet werden, die sowohl mit Brennstoffzellen, als auch Gasturbinen betrieben werden können. Die LKWs werden anschließend über spezielle Schlitten während der Fahrt mit dem Oberleitungsnetz automatisch verknüpft und getrennt. Natürlich soll das ebenfalls heteronom möglich sein, damit LKWs beispielsweise andere Fahrzeuge überholen können. Während die Lastfahrzeuge an die Oberleitung angeschlossen sind, laden sie außerdem ihre Batterien auf, um nach dem Abdocken von der Oberleitung strombetrieben weiterzufahren. Das Projekt ‚Elisa‘ (Abkürzung für: Elektrifizierter, innovativer Schwerlastverkehr auf Autobahnen) ist die Reaktion auf die Verabschiedung des Aktionsprogramms Klimaschutz und hat zum Ziel, unsere Umwelt mit deutlich weniger Schadstoffen zu belasten.

 

Schmerzpunkt Kosten

Den Zweck in allen Ehren, ist es dennoch ein ausgesprochen kostspieliges Projekt. Um den ausgewählte Autobahn-Abschnitt mit der notwendigen Technologie auszustatten, kostet es die Regierung, bzw. das Bundesumweltministerium rund 15 Mio. Euro. Und das für eine Teilstrecke von 5,1 km.
Auch die Kosten für LKWs, die fähig sind, dieses Angebot zu nutzen, übersteigen zumeist die Möglichkeit für Speditionen, sich an der Nutzung zu beteiligen. Die Umrüstung kostet etwa dreimal soviel wie ein herkömmlicher Lastwagen. Das würde sich für die Spediteure natürlich nur dann auszahlen, wenn das Straßennetz ausgebaut wird - und die Kosten für den Ausbau wiederum lassen sich bei Kosten von 1 bis 2 Mio. Euro pro Kilometer mit einem groben Überschlag schnell ins Unermessliche kalkulieren. 

In Schweden wurde bereits 2016 nördlich von Stockholm der erste Teilabschnitt einer E-Highway Strecke in Betrieb genommen. Auch in den USA wird die Inbetriebnahme von zwei Strecken erwartet. In Deutschland sind unterdessen noch zwei weitere Strecken geplant, die zu E-Highways ausgebaut werden sollen. Zum einen die A1 bei Lübeck und eine Bundesstraße in Baden-Württemberg. 
Es bleibt also abzuwarten, wie diese Entwicklung vorangehen wird. Bewusst sollte allen aber sein: Wenn die Co2 Emissionen verringert werden sollen, muss auch der Strom aus den Oberleitungen aus nachhaltigen Energiequellen stammen.

 

Quellen:

Toll-Collect-Blog
Hessenschau.de